Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
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dig waren weil des Geiſtes Kraft durch ihre Thraͤnen verſchwemmt wurde, ertranken Schmerz und Erinnerung zugleich, und verſchwanden gleich zwei Liebenden die einer von des andern Armen umſchlungen, unterſinken.

Mit dieſer ſehr ſchoͤnen Metapher werde ich die Epiſode von meinem ungluͤcklichen Bruder

Joſt beſchließen.

Etwa ein Jahr nach dem Verluſte meines Bruders, ward ich ohne andere Mithelfer noch Zuſchauer, als meinen Vater und Dame Natur in die Welt geſezt, welche lezte, ſo viel ich glaube eine ſehr geſchickte Hebamme iſt, wenn man ſie nicht ſtoͤrt. Mein Vater, der vom Chriſtenthume einige ſchwache Begriffe hatte, vollzog die Taufhandlung dadurch, daß er mir auf der Stirn mit dem Mundſtuͤck ſeiner Pfeife das Zeichen des Kreuzes machte, und mich Jakob nannte; was den Kirchgang meiner Mutter anbetrifft, ſo war die, ihr ganzes Le⸗ ben lang, nur einmal in einer Kirche geweſen. In Wahrheit, mein Vater und meine Mutter verließen den Lichter niemals, ausgenommen wenn er vom Aufſeher oder Eigenthuͤmer bei'm Abliefern oder Einnehmen einer Ladung

gerufen wurde, oder wenn er einmal im Monat