Der alte Commodore. 155
perſchwach fühlte, legte man mir keine Handſchellen an, ſondern brachte mich in einem Miethwagen fort.— Ich ſah faſt jedes Haus in der Stadt erleuchtet, ſah überall Freudenfeuer brennen— es war zur Feier eines großen Sieges auf See— 1
»Gewiß deſſen, den mein Vater erfocht,« unterbrach Rebekka.
»Müſſige Buben warfen Schwärmer und Raketen in das Volksgewühl, ſo daß, inmitten einer engen Straße, vor dem Blitzen und Krachen die Pferde vor dem Wagen ſcheu wurden, ſich bäumten und den Wa⸗ gen ſo umwarfen, daß dieſer beinahe in die Glut eines Freudenfeuers fiel. Ich ſprang zum Schlage hinaus, und entlief, während meine beiden Wächter ſich mühſam vom Boden aufſammelten. Als ich entwiſchte, entriß ich, gleichſam aus Inſtinet der Selbſtvertheidigung, ei⸗ nem meiner Hüter den Dolch, den dieſer als einen Beweis gegen mich bei ſich führte. Im Parkgebüſch gab ich Dir jene Waffe, Rebekka.«
»Ich werde ſie nimmer wieder anrühren, mein Au⸗ guſtus. Dort liegt ſie.«
»Mag ſie liegen bleiben! Sicherlich hat ſie mehr als Eines Menſchen Blut getrunken; und nur in der dringendſten Noth will ich ſie wieder ſchwingen.— In meiner troſtloſen Lage erinnerte ich mich der Wohnung der Florentins, ſuchte ſie auf, und fand nochmals eine Freiſtätte in derſelben—«
»Schon wieder die Florentins!« unterbrach Miß Bacuiſſart im Tone des Vorwurfes.
„»Die Wachſan keit der Polizei war gjedoch nicht ſo leicht zu täuſchen. Ich ward erſpäht, und entkam mit genauer Noth. Meine Seele ſehnte ſich danach, noch
Einmal Treſtletree⸗Hall zu ſehen, zu ſuchen, ob ich mir


