Der alte Commodore. 201
Dem alten Commodore ward ſofort Audienz bewilligt;
dennoch machte es ihm unſägliche Schwierigkeit, derſel⸗ 6 ben theilhaftig zu werden, denn zwei Thürſteher konn⸗ ten nur mit großer Beſchwerde den ſchweren und fech⸗ tenden alten Podagriſten treppan ſchaffen.
Von Seiten der Lords zeigte die Sitzung ſich über⸗ aus kalt und höllich, von Seiten des Baronets hinge⸗ gen höchſt heftig und unbeſonnen. Die einzige Antwort, die er vom erſten Lord herauspreſſen konnte, war die, daß es nicht länger im Intereſſe von Seiner Majeſtät
Flottendienſt ſein könnte, ihn, den Sir Octavius, fer⸗ nerhin im Kommando zu laſſen. Keine Klage ward gegen ihn vorgebracht oder vorzubringen beabſichtigt. Er möchte ſich alſo beurlauben. Andere Antwort ward ihm nicht. Auch hieß es ferner, der Admiralität deß⸗ halb zu machende Mittheilungen dürften am beſten auf dem gewöhnlichen Wege eines an den Sekretär gerich⸗
teten Dienſtſchreibens zu bewerkſtelligen ſein.
3»So will ich eine perſönliche Unterredung mit Sei⸗ ner Majeſtät haben!«
Der erſte Lord hielt dies für ziemlich unausführbar, da er wußte, daß allerhöchſten Ortes eine Abneigung, den Commodore zu ſehen, vorherrſchte. Wirklich wußte der erſte Lord, daß der Lord Kämmerling die Weiſung
e erhalten hatte, dem Commodore zu verſtehen zu geben,
wie man deſſen Beſuche bei Hofe gar wohl entbehren könnte.
»Wirklich?« brüllte der Commodore.»Alſo dahin iſt's gekommen? So will ich denn mein angeſtammtes 1 Erbrecht walten laſſen, und Ihre Majeſtäten auf eine Manier beſuchen, die ihnen, hol' mich der Teufel! nicht 4 ſonderlich angenehm ſein ſell. Bei der Gewalt des 4 Salpeters, das will ich, Mylord!«


