8.
Der alte Commodore. 197
Aber ich rief das nicht aus. Ich ging in ſcheußli⸗ cher Stimmung und mit einem Huſten, der ſchlimmer denn jemals war, in meine Wohnung. Drei Tage lang beächzte ich meine welk gewordenen Hoffnungen, und begann, den Gedanken zu faſſen, die Oppoſitions⸗ männer möchten doch nicht ganz und gar eingefleiſchte Teufel ſein, und es dürfte wohl einiges Gutes in Charles James For ſtecken. Ich begann auch, über meine Bruſtkrankheit zu vernünfteln.»Wenn Könige,“« ſprach ich zu mir ſelbſt,»Widerwillen gegen einen chro⸗ niſchen Huſten haben, ſo ſollten ſie das Kriegsſpiel fein bleiben laſſen, damit ihren Unterthanen keine Kugeln durch die Lungen gejagt werden.« Ach! ich ſpie faſt Leber und Lunge meiner ganzen Unterthanentreue aus.
Endlich ſprach mein kleiner alter Leibdiener bei mir ein. Er fand mich ohne Kniebänder, in herabſchlot⸗ ternden Strümpfen und mit unbeſchuheten Füßen— ich ſah beinahe wie ein Rebell aus.
»Seine Majeſtät hat nach Ihnen gefragt,« fing er an. 8
»Und was ſagte der König?« fragte ich grämlich.
» Er fragte mich nach dem Namen des blaſſen Offi⸗ ciers mit dem entſetzlichen Huſten.«⸗
»Nun?« rief ich etwas minder mürriſch.
»Ich nannte ihm Namen und Gewerbe.«
»Sagten Sie ihm nichts von meinem Geſuche bei Hofe?«
»Die Gelegenheit dazu war nicht günſtig. Erſt vor fünf Minuten hatte Lord Bittwohl um ein Ver⸗ ſprechen gebeten, daß ſeines jüngeren Sohnes bei näch⸗ ſter Kapitänsvacanz gedacht werden möchte.«
» Und der erhielt ſicherlich das Verſprechen! Frei⸗ lich, freilich! der junge Hochachtbare iſt ein beſſerer


