Der alte Commodore. 193
chen ihrer beſonderen Huld gegen uns Engländer geben
können, als daß ſie uns die vieljährige und tugendreiche Regierung des dritten Georg ſchenkte. Hätte die Mehr⸗ zahl ſeiner Unterthanen nur ein Zehntheil ſeiner edlen und guten Eigenſchaften beſeſſen, ſo würde keine Reform nöthig geworden ſein, und wie König Georg durch den Glanz ſeiner Tugend ſeine weltliche Krone verherr⸗ lichte, ſo wird er auch, falls Vernunft etwas Zuver⸗ läſſtiges und Religion etwas Wahres in ſich faſſen, eine Krone da ererbt haben, wo es keine Parteien giebt, und wo Geſchrei unabhelfbaren Elendes nimmer er⸗ ſchallen kann.
Wenn ich alſo dieß Alles erkenne und fühle und glaube, ſo beſchuldige man mich nicht der Unehrerbietig⸗ keit gegen das Andenken jenes erlauchten Herrſchers, ſobald ich in der Munterkeit des lebhaften Erzählens, während ich der Liebenswürdigkeit des Monarchen volle Gerechtigkeit widerfahren laſſe, auf eine oder andere von deſſen Eigenthümlichkeiten anſpiele. Sein Charak⸗ ter gehört jetzt der Weltgeſchichte an, und iſt inſofern Eigenthum jedes Schriftſtellers, der von demſelben Ge⸗ brauch machen möchte; jedoch ein Eigenthum, das mit Zartheit behandelt, und mit jener Ehrerbietung benutzt ſein will, von welcher die Großen glauben, das Recht zu haben, ſie zu fordern, die jedoch nur der Gute ſich zu ſichern vermag.
Zur Geſchichte zurück! Ich kam an den Hof— ich ergriff dieſe Maßregel aus dem liebenswürdigſten aller Beweggründe. Zunächſt hatte ich nichts, was für mich ſprach, als meine geleiſteten vieljährigen Dienſte, und meine ſchon zu mehreren Malen wieder aufgebro⸗ chenen Wunden. Zweitens hatte ich nicht Luſt länger Nachts Wache zu halten, eben weil die feuchte Nacht⸗ Der alte Commodore. I. 13


