184 Der alte Commodore.
beut, das wollen wir thun, ſo wahr es einen gerechten Gott giebt, der den Mord baſtraft! Hören Sie.⸗ Sie las nun den Brief, den wir nochmals hierher⸗ ſetzen: »Mutter, 8 Wenn Du dieſes lieſeſt, ſo gehe hin und fordere von Deinem Bruder Deinen ermordeten Sohn. Ich bete zu Gott, daß er Dich ſegnen möge. Auguſtus Aſtell.«
„Auguſtus, mein geliebter Sohn, Dir ſoll bis auf⸗ den Buchſtaben gehorſamt werden. Die Forderung ſoll ihm in's Ohr donnern— ſchlafend und wachend, in geſunden und kranken Tagen ſoll er ſie hören; ja, er⸗ ſchallen ſoll ſie ihm noch aus dem Geheul der böſen Geiſter, die ſein Sterbebette umſchwirren werden!«
„ Das iſt allzu ſchrecklich, allzu unchriſtlich, allzu unweiblich.«
„Meinen Sie? und doch ſagen Sie, daß Sie mei⸗ nen Auguſtus liebten?« Zu Danvers gewendet fuhr die Lady fort:»Zu mir her, junger und ritterlicher Sir! Haben Sie Aeltern?« 4
„Ich bin verwaiſ't.«
„Um ſo beſſer, ſo nehm' ich Sie an Kindes Statt an. Sie reiſen mik mir— mein Wagen erwartet uns. Verlaſſen will ich dieß verfluchte Dach, allein mit Schrecken unter daſſelbe zurückkehren. Um derer willen die ich hier zurücklaſſe, will ich meinen Fluch 1 nicht auf die Schwelle des Hauſes legen, ſondern will bloß auf ihr den Staub von meinen Füßen ſchütteln. Rebekka, ehre Deinen Vater; ſpäterhin werde ich wohl wieder lernen, Dich zu lieben. Mr. Underdown, leben Sie wohl. Ich wollte, ich könnte ſprechen:„Möchten wir bald einander unter glücklicheren Umſtänden wiederſehen!“


