Teil eines Werkes 
1. Theil (1838) Der alte Commodore : in drei Theilen / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Peter Simpel," "Ardent Troughton," "der fliegende Holländer" [et]c. ; aus dem Englischen von Dr. G. N. Bärmann
Entstehung
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182 Der alte Commodore.

wie er männiglich am Bord desTerrific geglaubt ward.

Während dieſe entſetzliche Erzählung fortrückte, kam eine ſeltſame Umwandlung über Lady Aſtell. Ihr gan⸗ zes Weſen ſchien ſich umzukehren. Man konnte kaum ſagen, daß ihre Geſichtszüge ihre eigenen blieben der frühere Ausdruck derſelben war für immer ver⸗ ſchwunden, und an deſſen Statt nahmen ſie einen rau⸗ hen und rachbegierigen Ernſt an, der mehr dem gemei⸗ ßelten Marmor, als Muſkeln und Adern entſprach. Ihre Geſtalt ſchien an Länge zugenommen haben, auf ihren Wangen lagerte wieder eine Röthe. Man ſah deutlich, daß ſie jetzt einen anderen Lebenszweck, als den zu ſterben hatte. Endlich legte ſich ein ſtarres Lächeln auf ihre Oberlippe, und als die traurige Ge⸗ ſchichte auserzählt worden war, erblickte man Weniges mehr von der chriſtlichen Agnes Aſtell denn dieſe war die Medea der Heidenzeit geworden.

Während der Mittheilung ward des Briefes ge⸗ dacht, den der verzweifelnde Sohn an ſeine Mutter ſchrieb; dieſe verlangte denſelben jedoch nicht. Als der junge Meuſch von dem Briefe ſprach, reichte er den⸗ ſelben hin; Lady Aſtell ſchob ihn jedoch von ſich, und als die ſchauerliche Kataſtrophe ihres eigenen Sohns ihr dargelegt ward, vergoß ſie ſeltſam genug! keine Thräne. Kaum jedoch ſchilderte Daniel ſeine ei⸗ genen erlittenen Verfolgungen, die Schmeicheleien und Peitſchenhiebe, die ihm geworden waren, um ihm den von ihm verſteckten Brief abzulocken; kaum berührte er ſein Entlaufen und ſeiner beſchwerdevollen Reiſe nach Treſtletree⸗Hall, nachdem er Lady Aſtell vergebens in deren eigener Wohnung geſucht hatte, ſo rollten ſtille Thränen über die Wangen der unglücklichen Mutter,