2 Der alte Commodore.
fangen— nicht zu gedenken der Alltäglichkeit des Ge⸗ brauches jenes meines Anfangswortes; denn pflegt nicht jeder Ehemann, wenn er„voll ſüßen Weines“ ſpät Nachts nach Hauſe kommt und die Runzelſtirn der Beſänftigerin ſeines Gemüthes erblickt, und ſieht, wie an den Lippen der zärtlichen Hälfte der bittere Vorwurf gleich der Biene mit ihrem Stachel im Ro⸗ ſenkelche hängt— pflegt er nicht, ſag' ich, dem Falle des Hangenden dadurch zuvorzukommen, daß er das vollklingende»Potz Wetter!« ausruft? und ſtehen nach dieſem ſeinen glücklichen Anfange ſeines Kapitels ihm nicht alle darauf folgenden Wörter und Redensarten eben ſo nach Belieben zu Gebote, als ich denke, daß mir die meinigen zu Gebote ſtehen ſollen?
Und dennoch brauch' ich wenig zur Schutznahme die⸗ ſes prunkenden»Potz Wetter's« zu ſagen. Ich kann dem Frömmler verſichern, daß, obwohl man es als eine Verkruͤppelung von»Gottes Wetter!“« anzuſehen hat, es durchaus kein Fluchwort, ſondern in demjenigen Sinne, in welchem man es ſpäterhin angewendet finden wird, nichts als eine ſchmerzlindernde Exclamation iſt, in welcher nicht mehr Gottloſigkeit ſteckt, als in deren beſcheidenen und klagenden Schweſtern»Ach!« und »O weh!« und»Du mein Himmel!« und» Jemine!«
Und dem jungen Gentleman mit den vergoldeten Sporen und den Moſaik⸗Goldketten kann ich die Ver⸗ ſicherung geben, daß, wie geſchwellt der Ausruf auch klingt, er doch keineswegs gemein iſt; denn eben dieſer Ausruf ward mit darauf gelegtem erſtaunlichen Nach⸗ druck von dem erſten Gentleman des Jahrhunderts, der zu gleicher Zeit der erſte Monarch Europa's war, näm⸗ lich von Seiner hochſeligen Majeſtät, dem verſtorbenen
Könige von England, und zwar gegen einen ſchmutzigen


