210— Die Büßung, oder
meiner Gefährten wieder zu gewinnen, wenn mir dieß
überhaupt jemals ganz gelang. Indeſſen kehrten An⸗ zeichen von Freundlichkeit wieder, und wir näherten uns der Niederlaſſung.
Mehrere Perſonen geſellten ſich zu uns, und ich
hatte mich über die Aufnahme, die mir ward, durchaus nicht zu beklagen. Mich beluſtigte das Gemiſch von Indianiſch und Spaniſch, was ſie ſprachen. Die Jün⸗ geren unter ihnen waren offenbar die beſſeren Linguiſten, während die Aelteren eine barbariſche Redeweiſe führ⸗ ten. Alle waren nicht ungeſchmackvoll, halb europäiſch, halb ſüdſeeiſch bekleidet.
Ich hatte ſo viele Fragen zu beantworten, daß ich ſelbſt deren keine thun konnte. So gelangte ich in ein ganz hübſch ausſehendes, außerordentlich bevölkertes Dorf, in welchem Alles den Anſchein von Wohlhabend⸗ heit, Zufriedenheit und Glückſeligkeit hatte.
In der Mitte des Dorfes befand ſich ein offener Raum, an deſſen äußerſtem Ende ſich ein geräumiges, ziemlich feſt erbautes Haus befand, welches, wie ich nachher erfuhr, das Gerichtsgebäude und die Kapelle
war. Auf der öſtlichen Dachſpitze deſſelben erhob ſich
das Symbol des Chriſtenthums. 8
Mich umringte jetzt eine Menge ehrerbietiger Gaffer, von denen viele mir die Hand zum Gruße reichten. Alles, was ich ſah, behagte mir ungemein. Während ich einfache Höflichkeiten mit dieſen guten Leuten wechſelte, erhob ſich ein munteres Geſchrei, und von den Aelteſten der Gemeinde begleitet, trat mir eine der ehrwürdigſten
Geſtalten entgegen, die ich in meinem Leben ſah. Der
Mann, der auf mich zukam, zeigte nicht bloß die Hal⸗ tung eines Europäers, ſondern war auch von weißer
Hautfarbe. Haupt⸗ und Barthaar hingen ihm filber⸗


