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Ardent Troughton⸗ 157
kaum mich meines individuellen Gefühles bei dieſem Rathſchlage zu erinnern; doch dünkt mich, blinde Wuth war vorherrſchend bei mir. Ich hatte Aeltern, Schwe⸗ ſter und Freunde vergeſſen; alles Leben und alle Ener⸗ gie ſchienen ſich in mir im Gefühle nach Rache zu ver⸗ einigen— dennoch durfte ich mich nicht regen, durfte kein Lebenszeichen von mir geben. Sogar der verzwei⸗ felte Drinkwater hatte durch die wiederholten Dolchſtiche von oben her aufgehört zu fluchen, zu heulen und er⸗ folglos unter dem Zeltlinnen zu wühlen.
Aus dieſer Bedrängniß, deren Ende gewiſſer Tod zu ſein ſchien, wurden die von uns noch Lebenden durch ein wirkliches Wunderwerk gerettet. Wir verdankten dieß dem ſtummen, vielverachteten Neger Jugurtha, dem ſtets in meinem Herzen hohe Verehrung gezollt worden, der für immer zu meiner Rechten ſitzen ſoll! Wie wunder⸗ voll, jedoch auch wie barbariſch erſchien ſein Aushülfs⸗ mittel! wie thieriſch, und doch wie erhaben war ſeine innige Liebe! wie ſo inſtinktmäßig und doch wie ſo edel wies ſich ſeine unwandelbare Dankbarkeit! Indem er neben mir ſitzt und ſtrebt, Licht und Leben aus meinen getrübten Augen zu entlehnen, frage ich mich, was iſt Glückſeligkeit, was iſt Entzücken, wenn ſie nicht jene triumphirenden Gefühle ſind, die aus ſeinem Antlitze leuchten, indem er glaubt, durch irgend eine kleine Dienſt⸗ leiſtung mir gefällig zu ſein, oder durch irgend eine ſtumme
liebevolle Scherzgeberde mich aus meinen Grübeleien
aufgeſtört zu haben? Worte? O wie unnöthig ſind, Du mein armer Gefährte, ſie einer Freundſchaft gleich der unſrigen! 3 Als wir ſo, ohne Metapher zu reden, da lagen im Schatten des Todes, erſtickt durch unſeren eigenen To⸗ desodem, und umherwühlend im eigenen und in Anderer


