Die Büßung, oder
mein getreuer, noch immer aufgeregter Springer, der bald ſich an meinen Beinen rieb, bald ſich die Seiten mit ſeinem prächtigen Schweife peitſchte und dabei mir ſtarr in's Auge ſah, als ob er ein Zeichen zu einem zu erneuenden Angriff erwartete. Wir müſſen wahr⸗ lich ein furchtbares Kleeblatt abgegeben haben.
Ich fühlte in jenem Augenblicke nicht den unvor⸗ theilhaften Eindruck, den ich machte. Ueber meinem Erkenntnißvermögen hing ein Nebel; und mein Herz fühlte ſich beängſtet, als ob neuerwachte Reue es be⸗ laſtet hielt. Während der förmlichen und etwas lang⸗ weiligen Zurüſtungen meines ehrſamen Vaters, blickte ich mit mürriſchem Stumpfſinn auf die vor mir befind⸗ liche Gruppe. Endlich hatte der ältere Troughton ſeine Vorbereitungen beendigt, die er, was ich damals nicht einſah, nur deßwegen vornahm, damit alle Auweſende ſich von ihrer Aufregung erholen möchten. Mit ruhi⸗ gem und ſchlauem Lächeln redete jetzt mein Vater mich an:* „»Wollen Sie mir die Gefälligkeit erzeigen, Herr Student aus Valencia, mir zu erlauben, Sie meiner und Ihrer Familie vorzuſtellen?«
Ich verbeugte mich bloß, denn all meine ſtürmi⸗ ſchen Gefühle kehrten in meine Bruſt zurück, und das Seltſame meiner Lage mit all ſeinen Zweifeln und Be⸗ fürchtungen drängte ſich mir von Neuem auf.
„Liebe Julia, und Du, Honoria,« fuhr mein Va⸗ ter fort,»„Ihr wißt, wie ſehr mir der Ausbruch aller heftigen Empfindungen zuwider iſt. Glaubt Ihr die Eurigen nicht mäßigen zu können, ſo werdet Ihr wohl thun, Euch zu entfernen, denn ich hege ſtarke Vermuthung, daß jener hochgewachſene Jüngling mit dem verdrießlichem Geſichte, dem zerlumpten Studen⸗


