148 Die Büßung, oder
„Den Trr*l that ſie das!— Doch mir be⸗ hagt's— es thut mir wohl— thut mir unſäglich wohl!«
„»Würde Ihnen nicht noch wohler ſein, wenn ich Sie bei ihr einführte? Ich traf ſie in einer'tertulia“ (Abendgeſellſchaft), als ich Sie geſtern verließ. Sie mögen mich, wenn's Ihnen gefällig iſt, heut' Abend zu ihr begleiten.“«
„»Nimmer, nimmer! ich will dieſe Täuſchung ver⸗ ſcheuchen. Ich habe ſie ſo geſehen, wie ſie nur eigentlich geſehen werden muß. Reden wir von etwas Anderem. Ich fühle, daß ich nur ein kurzes, aber zum Tode er⸗ müdendes Leben führen werde, indem ich einem Irr⸗ wiſche nachjage.«
Nachdem ich den dringenden Bitten meines Freun⸗ des, mit ihm zu gehen, widerſtanden hatte, begab ich mich in mein einſames Quarkier, um durch Nachdenken dem Eigenſinn eines allzu heftigen Temperaments ent⸗ gegenzuarbeiten, der, wie ich fühlte, mich in's Elend, wohl gar in Wahnſinn zu ſtürzen trachtete. Ich konnte jedoch der Viſion der heiligen Jungfrau, ſo wie der Marter des ſcheußlich grotesken Gedankens, ſie mit ei⸗ nem Cigarro im Munde zu ſehen, nicht ledig werden.
Der Leſer wird hieraus abnehmen, daß ich mich
zum erſten Male verliebt hatte, daß ich nichts davon
wußte, und in meiner unzuſagenden Lage mich heſtig und unverſtändig gab. Wer hat jemals erkannt, daß die Liebe den Charakter eines Mannes oder Weibes, ausgenommen in den Augen des geliebten Gegenſtandes, gebeſſert hätte? Mich machte ſie ungeduldig und reizbar, ſo daß ich ſelten vor Dunkelwerden mein Quartier verließ, und dann mit Jugurtha und Springer am Mee⸗ resufer umherſtreifte, mir vorredete, ich ſei der unglück⸗


