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Die Ansiedler in Canada / von Capitän Marryat ; nach dem Englischen bearbeitet von Ludwig Hauff
Entstehung
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war, und dann ging er nach England, um ſeinen Va⸗ ter und ſeine Mutter wieder zu ſehen. Er war ſechs Schuh und vier Zoll hoch aufgeſchoſſen, aber im Ver⸗ hältniß zu ſeiner Größe ſtark. Er galt für einen ſehr unterhaltenden Geſellſchafter, wußte eine Menge zu er⸗ zählen, ſein Lieblingsthema aber war die Jagd. Die Anſiedlung war gut verwaltet; vie Auswanderer hatten zur Verſchönerung und Verbeſſerung derſelben beige⸗ tragen.

Die Erdbeere hatte Martin mit drei kleinen Pa⸗ pooſes(wie vie Indianer ihre Kinder nennen) beſchenkt. Malachi war zu aft geworden, um noch häufig in den Wald zu gehen, ſetzte ſich im Winter an das Feuer, und wärmte ſich im Sommer vor der Thüre des Hauſes in der Sonne. Oscar war todt, aber ſie hatten einige ſchöne, junge Hunde von ihm nachgezogen. Herr Camp⸗ bell gab John, als er zurückkehrte, die Verſchreibung des Gutes in Canada mit, und bald hernach ſuchte ſich derſelbe ein Canadiſches Weibchen zu Quebec aus, wel⸗ ches ihn ganz glücklich machte.

Herr und Mrs. Campbell erreichten ein hohes Alter, wurden, ſo lange ſie lebten, verehrt, und bei ihrem Tode beweint. Sie hatten Glück und Unglück kennen gelernt, und in allen Ereigniſſen ihres Lebens ſo ehren⸗ werthen Sinn gezeigt, daß ſie ſich weder vor dem einen erhoben, noch vor dem andern ſich ſchmiegten. Sie wußten, daß dieſe Welt nur eine Welt der Prüfung und der Vorbereitung zu einer andern iſt; ſie erfüllten daher in jeder Lage ihres Lebens ihre Pflicht und, ſtets bereit, wenn es Gott gefallen ſollte, ſie abzurufen, bewieſen ſie in allen ihren Handlungen, daß ſie ſich ſtets ihrer Pflichten gegen Gott und gegen ihren Nächſten erinnerten.

Sie lebten und ſtarben(wie hoffentlich auch alle meine Leſer thun wollen) als wahre und gute Chriſten!