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Die Ansiedler in Canada / von Capitän Marryat ; nach dem Englischen bearbeitet von Ludwig Hauff
Entstehung
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Die Frau machte mir ein Zeichen, daß ich ſchlafen ſolle, und obwohl ich dachte, daß das unmöglich ſey, war

ich doch ſo ſehr abgemattet, daß ich, als ich meine

Gebete zu dem Allmächtigen empor geſchickt hatte, in einigen Minuten einſchlief.

Vor Anbruch des Tages wurde ich durch ihre Stimme aufgeweckt, und die Frau brachte mir eine Handvoll ge⸗ röſteten indianiſchen Korns; es war kein Frühſtück, wie ich es gewohnt war, aber ich war hungrig und daher genöthigt, es zu eſſen; ſobald es Tag war, brachen wir auf und gelangten gegen Abend an einen See. Sie brachten ein Canoe aus dem Gebüſche, in welchem

wir zwei oder drei Stunden längs der Ufer hinfuhren,

dann ſtiegen wir aus und ſetzten unſere Reiſe fort. Meine Füße waren ganz wund und ſchmerzten mich ſehr, denn ſie waren voller Blaſen, und ich vermochte

kaum weiter zu gehen; ſie zwangen mich indeſſen hiezu,

ohne jedoch große Gewalt anzuwenden, zogen und ſcho⸗

ben ſie mich, um mich mit fortzubringen. Ich begriff

nun, daß ich eine Gefangene ſey, und daß man mir gerade nicht übel begegnen würde, wenn ich mich in ihren Willen füge. Gegen Abend konnte ich kaum ei⸗ nen Fuß vor den andern ſetzen, weil man mich genö⸗ thigt hatte, zwei oder drei Meilen in einem Fluſſe zu waten, in welchem meine Schuhe ganz auseinander ge⸗ gangen waren. Nachts machten ſie Halt, und die In⸗ dianerin bereitete einige Kräuter und legte ſie auf meine Füße; dieß gewährte mir eine große Erleichterung, aber ſie nahm nicht die geringſte Notiz von den Zeichen, die ich ihr machte. Am nächſten Morgen befand ich mich in Folge der aufgelegten Kräuter ſo wohl, daß ich die erſte Hälfte des Tages ſehr gut gehen konnte. Ich war etwas voraus, als ich den Häuptling hinter mir ſprechen hörte, ich drehte mich um, und denken Sie mein Ent⸗

ſetzen, als ich ſah, daß er ſeinen Tomahawk hervor⸗ riß und das arme indianiſche Weib damit niederhieb. Ich konnte mich nitht enthalten, zu ihr zu eilen, aber

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