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Guter Rath ist Geldes werth : eine Erzählung für die Jugend / von Friederike v. Marées
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dieſelbe, denn auch für dieſe Fälle giebt es feſtſtehende For⸗ men. Hier fand ſich eine Ausnahme; es war eine Einladung zur Feier eines Familienfeſtes auf dem Lande und nahm mich einige Tage in Anſpruch. Das war mir im Ganzen noch weniger angenehm, als eine gewöhnliche Geſellſchaft, die in einigen Stunden abgemacht iſt. Ein Familienfeſt zu be⸗ gehen in einem mir ganz fremden Kreiſe, unter Menſchen, zu denen ich nur in fernſter Beziehung ſtand, die ſo gut wie gar keine iſt, war mir peinlich. Dennoch konnte ich die Einladung nicht ablehnen, und fand ich nicht einmal ſo viel Zeit, einen Höflichkeitsbeſuch zu machen und mich perſönlich vorzuſtellen, denn ich mußte meine Briefe unvorzüglich be⸗ antworten. Am andern Morgen hielt ziemlich früh, gegen die engliſchen Sitten(denn die Engländer fangen den Tag ſpäter an, als wir Deutſchen) ein mehr bequemer als ele⸗ ganter Wagen vor der Thüre des Hotels. Pferde und Livré entſprachen der Karroſſe. Die erſteren waren mehr kräftig als ſchön, die andere einfach und fein, aber nicht glänzend, vor Allem nicht mit Silber oder Gold überladen. Die jüngeren Chefs des Hauſes, Herr Edward Marriſon junior und Herr Patrik Stone, waren ſchöne Männer, ernſt und zuvorkommend, ſchlicht im Anzug und Benehmen. Ich wollte das Unterlaſſen meines Beſuches entſchuldigen, beide aber ſchnitten jede Entſchuldigung in offener und angeneh⸗ mer Weiſe ab und machten mich auf den ziemlich langen Weg mit der Veranlaſſung und Bedeutung dieſes Feſtes bekannt. Die Feier war allerdings eine ſeltene. Der zwei und ſieben⸗ zigſte Geburtstag des alten Herrn Edward Marriſon fiel, nach fünf und zwanzig Jahren, gerade wieder auf denſelben