88
und manchen Verſteck überſehen. Die natürlichſte, am wenig⸗ ſten auffallende Gelegenheit für Wirth und Gaſt, vertraulich mit einander zu reden, war, wenn jener dieſem das Geleit gab, um ihm auf's Pferd zu helfen. So verſtändige Vor⸗ ausſetzungen hatte Bill gemacht, bevor er ſich aus dem Gaſtzimmer entfernte. Seine Zweifel über die Richtigkeit der Perſonen waren durch das Kreuz im Schwanzriemen und das fehlende Stückchen Tuch gänzlich gehoben. Was er außerdem vorausgeſetzt, gehofft und gewünſcht hatte, geſchah wirklich. Er hatte eine lange Weile geharrt, aber er ward nicht ungeduldig, das Pferd war ja nicht in den Stall ge⸗ führt, der Erwartete mußte endlich kommen. Einen nach dem andern Gaſt ſah er gehen, allmählig erloſchen auch die Lichter. Leiſe öffnete ſich die Hausthüre und zwei Männer, in halblautem, eifrigem Geſpräch begriffen, traten heraus. Wie ſehr Bill auch ſeine Ohren ſpitzte, er verſtand nur ein⸗ zelne Worte, die aber, ganz ohne Zuſammenhang, keinen nähern Aufſchluß geben konnten. Plötzlich wurde es lauter und mit halb vor Zorn erſtickter Stimme hörte Bill ſagen:
„Ho, ho, das iſt gegen unſere Uebereinkunft; habt Ihr nicht die Rolle mit Sovereigns(ein engliſches Goldſtück im Werthe von ſieben Thalern) ſchon vorausgenommen, und ſind wir nicht eins geworden, daß ich Euch nach der Hinrichtung den andern Theil Eures Blutgeldes übermache? Meint Ihr, mich ganz und gar in Euren Krallen zu haben? Ihr täuſchet Euch. Ich laſſe mich nicht ins Bockshorn jagen. Machts nicht zu toll oder ich ändere meine Aüöſage und lührribe Euch die That zu.“
„Feige, ſchmutzige Beſtie! Muttermörder! Ich ſage Dir,


