*
an Um⸗ und Einſicht. Wie einfach und natürlich die Me⸗ thode, nach welcher man ſie erzogen, ſie war dennoch die rechte geweſen, denn wie wir den Baum an ſeinen Früchten erkennen, ſo erkennen wir auch den Werth des Menſchen an ſeinem Thun und Treiben. Ihr dürft mich nicht mißver⸗ ſtehen. Wir ſehen gar viele Menſchen herrliche Thaten ver⸗ richten, ohne daß dieſe einem edeln Boden entkeimen. Wohl haben auch dergleichen ſchöne, menſchenfreundliche Handlun⸗ gen ihr Gutes, denn der Herr läßt ſie zu. Hier erwecken ſie Nachahmung, dort lindern ſie die Noth Verkümmerter und bringen Anderen den Troſt, die Freude, deren ſie ſelbſt er⸗ mangeln; ihnen, die ſie vollbringen, ſind ſie minder ſegens⸗ reich. Sie gleichen jenen Pflanzen, die nur einen Sommer dauern, deren kurzes Blüthenleben das Auge erfreut, die aber verwelken und vergehen, ohne Früchte getragen zu haben. Das Gute, was aus einem reinen, glaubensvollen Herzen wie dringendes Bedürfniß herausquillt, von ſeinem Reichthum mitzutheilen, das wirkt ſegenbringend von Ge⸗ ſchlecht auf Geſchlecht. Unter Bethy's Pflege konnte nur Gutes gedeihen, wenn ſchon die Form, in welcher ſie ſolches förderte, nicht immer die glatteſte war.
Mit dem kleinen Toby auf dem Rücken gebunden, ging ſie Morgens fröhlich an's Tagewerk. Der älteſte Knabe, Patrik, blieb zur Aufſicht ſeiner beiden Schweſtern Elly und Fanny daheim. Er beſorgte den Herd, er ſäuberte die Hütte, und wenn die Kleinen ſchlafend in der Sonne lagen, ſaß er unter dem Schatten einer Eiche und ſtrickte an einem groben Strumpf oder an einem Netz, welches die Fiſcher ihm ab⸗ kauften. Er konnte unbeſorgt um die ſchlafenden Kinder


