14
wozu er ſich gern hinreißen läßt, ihn oft ausgelaſſen und zu Zänkereien und Prügeleien aufgelegt. Der Irländer trägt, ſo lange es angeht, mit knechtiſcher Unterwürfigkeit die rohe Behandlung ſeines Brodherrn. Daheim übernimmt er ſei⸗ nem Weibe gegenüber in der Regel ſelbſt die Rollen des Tyrannen. Da man ſelten in Frieden und Uebereinſtim⸗ mung lebt und handelt, ſo verbeſſern ſich die häuslichen Zu⸗ ſtände auch nicht. Alles verkommt bei der angeborenen Trägheit, zumal da der Sinn für Reinlichkeit und Ordnung
in den niederen Claſſen, von denen ich hier hauptſächlich.
ſpreche, ganz fehlt.
Das Ende vom Liede iſt dann, daß die verkommenen Familien auswandern nach Amerika, wo ſie keineswegs vor⸗ theilhaft von den anderen Eingewanderten abſtehen. Die
Anſiedlungen der Irländer in Amerika ſind dort leicht her⸗
auszukennen, ihnen fehlt alles Gedeihen. Der Mangel an Arbeitsluſt, der Hang zum Trunk fördern in ihrer neuen Heimath ihren Untergang eben ſo ſehr, zumal da in ihrem eigentlichen Vaterlande keine nachbarliche Verbindung ſtatt⸗ findet und ſie nicht gewohnt ſind, auf dem Lande in einer engeren Gemeinſchaft mit einander zu leben. Wir ſuchten in Irland vergebens nach Dörfern und wohl eingerichteten
und verwalteten Landgemeinden. Zerſtreut liegen die Woh⸗
nungen umher, und ſo romantiſch dieſe von außen oft aus⸗ ſehen, ſie gewähren, der Aufenthalt für Menſchen und Vieh, innen den ekelhafteſten Anblick.
—


