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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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ſeine bläulichen, bebenden Lippen verriethen den ſchreck⸗ lichen Kampf, welchen er beſtanden. Er ſah den Prior mit einem ſanften, klaren Blick an, wie um ihm zu danken für ſeine Ermahnungen; dann hob er die bleiche, ſtarre Hülle der Geliebten, die ſeine Thränen nicht mehr ſah, ſeine Berührung nicht mehr fühlte, in beide Arme, und trug ſie, mit feſtem Schritt den Corridor entlang ſchreitend, hinaus. An der innern Treppe angekommen, die er mit ſeiner theuren Bürde hinabſtieg, wandte er ſich plötzlich links, nach der durch ein eiſernes Gitter abgeſchloſſenen, geräumigen Vorhalle, jenſeits welcher man den freien Himmel und das offene Feld ſehen konnte, ſo wie die Leute von Katharina's Gefolge und die Soldaten Heinrich's VII., welche, auf ihre Waffen geſtützt, Wache hielten.

Richard ſchritt immer weiter, jenen Schlafwa⸗ chenden ähnlich, welche während ihres Fieberſchlafes ſo ſicher gehen und ſich bewegen, wie gewöhnliche Menſchen pflegen. Schon näherte er ſich dem Gitter; ſchon ließen Wachen und Volk, da ſie ihn auf der Plattform, oben an der Treppe gewahrten, ein wildes Geſchrei hören. 3.

Wo wollt Ihr hin, Unglücklicher? rief der Prior, ſich ihm in den Weg werfend;wißt Ihrnicht, daß jenſeits dieſes Gitters der Boden nicht mehr ge⸗ heiligt iſt? Ein Schritt noch und Ihr gehört dem Könige von England!.

Ich muß doch, antwortete er,Katharina ihren Dienern wieder übergeben. Arme Katharina! Niemand als ich ſoll die Herzogin von York berüh⸗ ren! 1

Suſanna folgte dieſem Auftritt mit gierigen