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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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heißt für mich: meine Seele, mein einziges Gut und ſo werden wir durch Schweigen und Demuth jene finſtern Mächte beſchwören, welche uns beinahe den Untergang gebracht hätten. Iſt das nicht ein ſchöner Traum? Iſt das nicht Wirklichkeit? Muß man denn York oder Huntley heißen, um dieſe Bahn zu betreten, und werden wir ſpäter, nach dieſem Le⸗ ben auch noch Huntley oder York ſein, im Lande der Seligen?

Dieſes, in den Farben der Hoffnung und Liebe ſtrahlende Gemälde erregte in dem jungen, leiden⸗ ſchaftlich liebenden Richard einen Sturm von Gefüh⸗ len; das Herz ſchwoll ihm und ſeine Augen verdun⸗ kelten ſich. Sie beobachtete jede leiſeſte Regung an ihm, ſte ſchöpfte neuen Muth und drückte ihn zärt⸗ licher an ſich.

Gott iſt mein Zeuge, ſagte er,daß ich, um an Deiner Seite zu leben, auf alle Throne der Welt ver⸗ zichten würde. Will Heinrich VII., daß ich dieſen Verzicht ſchreibe? Ich werde Dir, geliebte Katha⸗ rina, dieß Opfer bringen, daß ich ihm die Krone mei⸗ nes Vaters überlaſſe; Zepter und Krone, das iſt aber auch Alles.

Nach dem, was die Herzogin geſchrieben, unter⸗ brach ihn Katharina nicht ohne Bitterkeit,würde dieſes Opfer nicht eben ſehr groß erſcheinen.

Das iſt wahr, ſagte Richard mit ſtoiſcher Ruhe, und man würde es mit Hohn zurückweiſen. Darum iſt es beſſer, nicht das geringſte Zugeſtändniß zu machen, ſondern ganz zu ſterben, ganz York, ganz König, auf dem Haupte die Krone.

Die Krone eines Märtyrers, mein Geliebter!