34
er und neigt ſich beharrlich den Freunden vom Hauſe Lancaſter zu, ſo wird man ihm ſolchen gewaltigen Haß erregen, daß er auf ſeinem Wege mehr als ein⸗ mal ſtraucheln muß.
Jene Fallſchlingen der Herzogin waren: ein gehei⸗ mes Bündniß mit der Königin⸗Wittwe, welche vom Volk in der Erinnerung an ihre zwei ermordeten Söhne angebetet wurde, der wahrſcheinliche Triumph Eliſabethens von York, des Königs Gemahlin, Mar⸗
garethens Nichte; endlich das immer unruhige Schott⸗ land, bei dem nicht nur jedes Kriegsgerücht, ſondern ſogar eine gegen England geſammelte Kriegsmacht jederzeit bereitwillige Aufnahme fand. Ihrer Abge⸗ ſandten bei dieſen drei verſteckten Verbündeten völlig ſicher, von Tag zu Tag unterrichtet über die gering⸗ fügigſten Handlungen Heinrichs VII., wie über die Stimmung des engliſchen Volkes, hatte die Herzogin
jetzt einen Vertrag mit Savoyen unterzeichnet, trat in Unterhandlung mit Frankreich, überwachte die Gelegenheit, belauerte den Funken.
So ſehr es Margaretha drängte, ſo erwartete ſie doch einen Ausbruch nicht ſo bald. 3
Viertes Kapitel.
Mehr als ein Reiſetag hatte die Herzogin ihr abenteuerliches Zuſammentreffen mit dem Kaufmanns⸗ ſohn im Gebirge vergeſſen laſſen.
Während des Reitens las oder ließ die unermüd⸗
liche Margaretha ſich vorleſen. Sie entſandte oder
empfing Eilboten, befragte ſich unterwegs mit den


