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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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Lauf gelaſſen im Rath ihres Gatten, des unverſöhn⸗ lichſten Feindes der Könige von Frankreich, über die er vielleicht triumphirt hätte, wäre nicht Ludwig XI. geweſen, der Meiſter in der Argliſt, welcher den Krieg mit einem ſolchen Nebenbuhler mehr als ein⸗ mal zu vermeiden wußte, indem er zu rechter Zeit ihm jedesmal die gefährlichſten Feinde erweckte.

So lange Karl der Kühne lebte, und ſelbſt nach ſeinem Tod, genoß Margaretha, die Schweſter des Königs von England, Eduard IV. regierte da⸗ mals noch in ganz Europa diejenige Achtung, welche ihr als ſouveräner Fürſtin gebührte. Nachdem ſte gezwungen worden, an Maria von Burgund,(die

Tochter Karls) die Staaten des verſtorbenen Herzogs

abzutreten, hatte ſie in Flandern ein prachtvolles Witthum ſich erhalten. Zmmer noch war ſie Fürſtin und behielt an ihrer Familie in England eine Stütze. Als Eduard IV. geſtorben war, folgte ihm ſein Sohn Eduard V., noch ein Kind. Es war wieder ein König, deſſen Tante Margaretha war. Ihr Anſehen blieb ſich gleich: der ſchaudervolle Mordanſchlag Richard's auf ſeine und ihre Neffen raubte zwar

Eduard V. Krone und Leben; aber Richard III. war

ſein Nachfolger; und dieſes Ungeheuer war gleich⸗ wohl Margarethen's Bruder; er war König: die Trauer der Familie hatte der Herzogin von Burgund Nichts von ihrer Macht genommen. York und die weiße Roſe glänzten auf Englands Thron.

Aber plötzlich änderte ſich die Scene. Ein Verbann⸗ ter, der Graf Richmond, erſcheint. Er landet mit einem Heer; er bedroht Richard III. auf ſeinem Thron. Der Kampf entbrennt. Der Tyrann unterliegt und fällt