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deutſch,„das iſt das Recht, eine Frau zu beleidigen, die euch bereitwillig einen Dienſt erweiſen will. Ihr ſeid mir allzu ſtolz, ihr Bürger von Bern! Nicht Ihr habt den Herzog, meinen Herrn, beſtegt: es war der Zorn Gottes. Wenn ihr den nicht fürchtet, ſo fürchtet den meinigen;— es kam mir vor⸗ hin der Gedanke, euch hängen zu laſſen.“
„Ihr aber, Herr Kaufmann,“ fügte die Fürſtin hinzu und wandte ſich gegen den beſtürzten Brook, „verlaßt dieſe Geſellſchaft, ich rath' es Euch. Sie verachten Burgund, Ihr verläumdet York; Ihr ſeid nicht auf gutem Weg; und wenn Ihr ſo fortfahret, ſo könnt' es Euch ſchlimm bekommen!“
Brook ließ ſich das nicht zweimal ſagen; er verließ die Berner mit einem Satz, der dem ſchwer⸗ müthigen Ernſt der Herzogin beinah ein Lächeln abgenöthigt hätte.
Die Schweizer drehten zitternd ihre Mützen in den Händen, ohne für dieſen Tag um patriotiſches Märtyrerthum ſich mehr zu kümmern. 3
Wir möchten nicht dafür ſtehen, daß jetzt, beim Vorüberziehen an der Stelle, wo die Schweizer ſtanden, burgundiſche Büchſenkolben und Lanzen⸗ ſchäfte nicht manche verſteckte Rache geübt für die blutigen Heldenthaten, von denen das Beinhaus bei Murten der Nachwelt erzählt.*)
*) Dieſes Beinhaus ſtand auf Freiburger Gebiet, am Mur⸗ tener See, auf dem Schlachtfeld, eine Biertelſtunde von der Stadt; es wurde gebaut im Jahre 1485, alſo neun Jahre nach der Schlacht, in der 60,000 Burgunder von 34,000 Eidgenoſſen beſtegt wurden, und enthielt Knochen und Schädel der 15,000 in der Schlacht gefallenen Burgunder.— Seit 1798 ſteht das Bein⸗ haus nicht mehr; damals, es war zu Anfang März, wurde


