muthige Mitſpieler bot die ſeinige, aber Herr von Bierges lehnte ſie höflich ab. Dies alles zuſammen und jedes dieſer Details gefiel ohne Zweifel Fräu⸗
lein Lucienne Dampmesnil, denn auf ihrem Geſicht lag ein Schein von Vergnügen, der ſie bezaubernd machte. Sie betrachtete zum letzten Mal den alten Herrn, der von dieſer furchtbaren Prüfung keine Ahnung hatte und beſtändig lächelte. Sie lächelte ebenfalls, ſtieß einen kleinen Freudenſeufzer aus und ging in den großen Salon. Verloren unter der Menge, umgeben von zwan⸗ zig andern Damen, die ebenſo jung und ſchön waren wie ſie, ſchien Fräulein Dampmesnil, die ſich beſſer als Herr von Bierges zu placiren und ſo zu ſetzen gewußt hatte, daß ſie jeden Ankommenden ins Ge⸗ ſicht faſſen konnte, ihre ganze Aufmerkſamkeit den Geſprächen um ſie her oder der vortrefflichen Muſik zu widmen, hörte und ſah aber in Wirklichkeit Nichts, da ſie von dem einzigen Gedanken beherrſcht wurde, daß von Minute zu Minute ein Name an dieſer Thüre erſchallen, ein Kopf, eine Geſtalt an derſelben zum Vorſchein kommen, und daß auf den erſten An⸗ blick einer gewiſſen jetzt noch unbekannten menſch⸗ lichen Erſcheinung ihr Schickſal unwiderruflich ent⸗ ſchieden werden könne. So träumen die jungen Mädchen.
Dieſe Qual des Harrens ſollte noch länger wäh⸗ ren. Es ſchlug zehn, es ſchlug eilf Uhr, ohne daß der erwartete Name ſich hören ließ. Schon runzelte Madame Chaudray ihre Brauen, ſchon mußte Lu⸗ cienne, die mehr als einen Blick mit ihr ausgetauſcht hatte, ſich Mühe geben eine an Aerger ſtreifende


