Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

348

ren.Ich habe gelernt ſchloß er gewoͤhnlich, mich in keine Haͤndel einzulaſſen, keine Predigt auf offenem Platz mehr zu halten, nicht mehr als noͤthig zu trinken, und nicht mit dem Hammer in der Hand an der Thuͤre zu ſtehen, wenn Hitzkoͤpfe in der Naͤhe ſind; ich werde mich kuͤnftig huͤten, mir eine Klingel an die Fuͤße zu binden, ohne vor⸗ her zu bedenken, was daraus entſtehen kann. uUnd hun⸗ dert andre Dinge der Art. Aucia dagegen fand dieſe Lehre nicht gerade an ſich falſch, war aber damit nicht befriedigt; es ſchien ihr et⸗ was daran zu fehlen. Da ſie nun daſſelbe Lied oft wie⸗ derſingen hoͤrte, und jedesmal daruͤber nachdachte, ſagte ſie einſt zu ihrem ehelichen Sittenprediger:Und ich, was hab' ich gelernt? Ich habe die Leiden nicht aufgeſucht, ſie haben mich gefunden; wenn Du nicht etwa ſagen willſt/ fuͤgte ſie laͤchelnd hinzu,mein Mißgriff habe darin be⸗ ſtanden, daß ich Dir wohlwollte, und mich Dir verſpro⸗ chen habe. 1

Renzo wußte mit der Sache nicht auf's Reine zu kom⸗ men. Nach langem Suchen und Reden verſtaͤndigten ſich endlich Beide daruͤber, daß das Ungluͤck oft ſich einſtellt, weil der Menſch ihm die Gelegenheit giebt; daß aber auch das vorſichtigſte und unſchuldigſte Benehmen nicht immer gegen daſſelbe ſchuͤtzt; die Leiden moͤgen indeſſen mit oder ohne eigene Schuld daherziehen, das Vertrauen in Gott mildert ſie, und macht ſie zu einem beſſeren Leben brauchbar. Dieſe Folge⸗ rung, wenn auch nur von ungebildeten Leuten herausge⸗ bracht, duͤnkte uns ſo paſſend, daß wir ſogleich darauf be⸗