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denen mißfallen koͤnnte, was Euch gerade geboten worden? Er, deſſen Lehre und Beiſpiel uns leitet, nach deſſen Vor⸗ bilde wir uns Hirten nennen, hat er etwa, da er zur Erde hernieder ſtieg, um ſein Amt zu verwalten, die Sicherheit des Lebens zu ſeiner Bedingung gemacht? Setzte er die heilige Salbung, das Auflegen der Haͤnde, die Vorzuͤge des Prieſterthums feſt, um auf Koſten der Menſchenliebe und der Pflicht dieſes irdiſche Leben auf einige Tage zu friſten? Schon das weltliche Leben gewaͤhrt dieſe Tugend, lehrt dieſe Lehre. Was ſage ich? O Schande! Die Welt ſelbſt belegt Euch mit Schmach. Auch die Welt hat ihre Geſetze, die das Gute wie das Böoͤſe beſtimmen, hat gleich⸗ falls ihr Evangelium, darin Stolz und Haß bezeichnet ſtehn; auch ſie erkennt in der Liebe zum Leben keinen Beweg⸗ grund, um ihre Gebote zu uͤberſchreiten. Sie will es nicht, und findet Gehorſam. Und wir, wir Soͤhne und Prediger der Verheißung! Wie ſtaͤnde es um die Kirche, wenn Euer Geſchwaͤtz da die Sprache aller Eurer Amtsgefaͤhrten waͤre? Wo ſtaͤnde ſie, wenn ſie mit ſolchen Lehren auf Erden auf⸗ getreten waͤre?“
Don Abbondio hielt ſein Haupt geſenkt; ſein Geiſt ſchwebte unter den Beweisgruͤnden des Biſchofs, wie ein Huͤhnchen in den Klauen des Geyers, welcher es in eine unbekannte Gegend, in eine nie geathmete Luft mit empor geriſſen. Etwas, ſah er wohl, mußte geantwortet werden; er aͤußerte daher mit einer unentſchloſſenen Ergebung: „Monſignore, ich habe Unrecht. Wenn das Leben in keine Rechnung dabei kommt, ſo weiß ich nicht, was ich ſagen ſoll. Wenn man aber mit gewiſſen Leuten zu thun hat, mit Maͤchtigen, die von keinen Gegengruͤnden wiſſen wol⸗


