Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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316 er ſo ſorgfaͤltig in ſeiner Felſenburg eingeführt, hatte er

jetzt ſelbſt mit wenigen Worten aufgehoben, der ſklaviſche

Gehorſam ſeiner Soͤldlinge, auf welche er bisher ſich ver⸗

laſſen und dadurch furchtlos ruhte, war entfeſſelt, ſeine Mittel,

ſeine ganze Lage geriethen durch ſeinen neuen Entſchluß in bedenkliche Verhaͤltniſſe, und dennoch fand er Schlaf.

Er begab ſich demnach in ſein Zimmer, trat an daſ⸗ ſelbe Bett, in welchem er die Nacht vorher ſo viele Qua⸗ len empfunden, und kniete zum Gebete nieder. Und ſiehe, die Gebete, welche man den Knaben gelehrt hatte, kehrten dem Manne, der ſo viele Jahre ſich nie zum Himmel ge⸗ wandt, jetzt ploͤtzlich wieder, eins nach dem andern ſtellte ſich ein, und uͤber die Lippen eines entſetzlichen Frevlers rannen fromme bruͤnſtige Worte. Da uͤberſchlichen ihn unbeſchreibliche Empfindungen; eine ſuͤße Wonne er kehrte zur Sitte der kindlichen Unſchuld zuruͤck; ein ſte⸗ chender Schmerz er hatte zwiſchen ſich und dieſer Un⸗ ſchuld eine ſo unermeßlich gaͤhnende Kluft geoͤffnet; eine gluͤhende Sehnſucht Buße und Gewiſſenhaftigkeit ſoll⸗ ten ihn dieſer Unſchuld, die nicht mehr zuruͤckkehrte, ſo nah als moͤglich bringen; ein dankbares Vertrauen die unbegrenzte Barmherzigkeit Gottes, welche ſo glaͤnzend ſich an ihm verherrlicht, konnte ihn vielleicht auch zuruͤck zum Friedensgarten der Unſchuld fuͤhren.

Empor zum Sternenhimmel ſtieg das Gebet; dann er⸗ hob ſich der reuige Suͤnder, legte ſich nieder, und augen⸗

blicklich ſank ein ſuͤßer Schlaf auf ſeine Augen.

4 So endigte dieſer Tag, von welchem noch zur Zeit, da unſer Autor ſchrieb, vielfach geſprochen wurde. Jetzt

wuͤßte ohne ihn Niemand etwas davon; denn Ripamonti

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