hetzern gebricht, zerſtreuen ſich, wenn viele Stimmen eines Sinnes, und ohne Widerſpruch zu finden, zum Weggehen auffordern, ſchleichen nach Hauſe, und fragen Einer den Andern: Was iſt denn eigentlich geweſen? Indem aber dieſe Maſſe die meiſte Staͤrke hier beſitzt, oder vielmehr die Staͤrke ſelbſt iſt, ſtrengen beide thaͤtigen Partheien all ihren erfinderiſchen Eifer an, um ſie auf ihre Seite zu ziehen, und ſich derſelben zu bemaͤchtigen; zwei feindliche Seelen gleichſam, welche einander bekaͤmpfend ihren Eintritt in den rieſenhaften Koͤrper ſuchen, und ihn ſodann in lebendige Bewegung ſetzen. Hier gilt's, Geruͤchte auszuſprengen, welche die ſchlummernden Leidenſchaften am beſten aufruͤt⸗ teln, und den Bewegungen zu Gunſten der einen oder der andern Abſicht die paſſendſte Nichtung geben; hier gilt's, zur rechten Zeit Neuigkeiten zu erſinnen, welche den Un⸗ willen ſpornen oder ſchwaͤchen, mit Hoffnungen oder Schre⸗ cken die Gemuͤther erfuͤllen; hier gilt's, ein Aufruhrgeſchrei zu finden, das immer vielfaͤltiger, immer ſtuͤrmiſcher wie⸗ derholt, den Wunſch der Mehrzahl, wie er der einen oder der andern Parthei ſich naͤhert, zu gleicher Zeit ausdruͤckt, bezeugt und erſchafft.
Was hier ſo eben mit loͤblichem Scharfſinn auseinander geſetzt worden, ſoll bloß dem Leſer deutlicher erklaͤren, wie im Wettkampfe der beiden Partheien, welche die Wuͤnſche der ver⸗ ſammelten Volksmenge vor dem Hauſe des Sprichervogtes einander abzuringen ſuchten, die Erſcheinung des Kanzlers in einem einzigen Augenblick den menſchlicher Geſinnten das Uebergewicht verſchaffte. Denn ſchon hatten dieſe augen⸗ ſcheinlich den Kuͤrzeren gezogen, und waͤre die Huͤlfe um wenige Minuten ſpaͤter angelangt, ſo haͤtte ihnen zum


