— 322—
ſetzen, kommt!“— Stoßweiſe hin und her geſchleudert, bald gerade, bald ſchief, bewegt ſich die verhaͤngnißvolle Maſchine vorwaͤrts. Sie kam zur rechten Zeit, um Ren⸗ zo's Angreifer von einander zu ſtoͤren und in Unordnung zu bringen. Der Bedrohte machte ſich die Verwirrung zu Nutze, duckte ſich anfangs darunter fort, arbeitete dann mit den Ellenbogen, ſo ruͤſtig er konnte⸗ und entfernte ſich von dem Punkte, wo die Luft fuͤr ihn ſo gefaͤhrlich war, mit der Abſicht, ſobald als moͤglich ſich uͤberhaupt aus dem Getuͤmmel fort zu machen, und den Pater Bonaventura aufzuſuchen oder zu erwarten.
Da pflanzt ſich unverſehens eine Bewegung, welche am einen Ende angefangen, durch die Menge hindurch, ein neues Geruͤcht verbreitet ſich, laͤuft ziſchelnd von Munde zu Munde, von Haufen zu Haufen.—„Ferrer! Ferrer!“
heißt es. Wo immer der Name ſich hoͤren laͤßt, erſtaunt
Dieſer, freut ſich Jener, macht ein Andrer eine veraͤcht⸗ liche Miene, iubelt ein Vierter⸗ verraͤth ein Fuͤnfter ſeinen
Unwillen. Der Eine ſchreit die Kunde nach, der Andre
will ſie unterdruͤcken; Dieſer behauptet es, Jener will nichts davon wiſſen; hier wird dem Himmel gedankt, dort geflucht.
„Ferrer iſt hier!— Nicht wahr,'s iſt'ne Luͤge!— Ja, ia. Ferrer lebe! Ferrer, der uns wohlfeiles Brodt ver⸗ ſchafft.— Nein, nein!— Da iſt er, da iſt er in der Kut⸗ ſche!— Was will der? Was hat der hier zu ſchaffen? Wir brauchen keinen.— Ferrer! Ferrer lebe! Der armen Leute Freund! Er kommt, den Speichervogt gefangen zu nehmen.
— Weg damit, wollen uns ſelber Gerechtigkeit verſchaffenz
zuruͤck mit ihm, zuruͤck!— Ja, ja⸗ Ferrer, Ferrer ſoll kom⸗ men; in's Gefaͤngniß mit dem Speichervogt!“


