Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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faͤhrten zu verſtehen,ich ſchlage mich nach Hauſe durch. Ich kenne die Welt, und weiß aus Erfahrung, was der⸗ gleichen Geſchichten fuͤr ne Wendung zu nehmen pflegen. Alle die Schlingel, die jetzt ſo einen wuͤthenden Laͤrmen machen, hocken morgen oder uͤbermorgen in ihren Haͤuſern verſteckt, und wiſſen ſich vor Furcht nicht zu laſſen. Ich hab' ſchon ſo etliche Geſichter erkannt, etliche Edelleute, die herumziehen und aufpaſſen und ſich merken, wer da iſt oder nicht da iſt; wenn hernach Alles vorbei iſt, ſo wird Muſterung gehalten, und wen's dann trifft, der hat ſein Schmerzenslied zu pfeifen.

Derijenige, welcher die Baͤcker unter ſeine Fluͤgel nimmt/ ſchrie eine klanghelle Stimme, die Renzo's Auf⸗ merkſamkeit beſonders feſſelte,das iſt der Antibogt bei den offentlichen Speichern.

Sie ſind Alle Schurken, Alle, ſagte ein Anderer neben ihm.

FRreilich, entgegnete Jener,der aber iſt der Erz⸗

ſchuft, der Leithammel.

Der Amtsvogt, jaͤhrlich vom Statthalter aus ſechs Edelleuten, welche einen Ausſchuß der Decurionen bilde⸗ ten, erwaͤhlt, hatte im Gerichtshofe der oͤffentlichen Spei⸗ cher den Vorſitz. Dieſem Gerichtshof, welcher aus zwoͤlf Edelleuten beſtand, war der Ankauf und die Auflagerung des oͤffentlichen Getraides uͤbertragen. Ein Mann in ſol⸗ chem Amte mußte in einer ſtuͤrmiſchen Zeit, wo Hunger und Unwiſſenheit das Wort fuͤhrten, nothwendigerweiſe fuͤr den Urheber des Elends gelten. Ueberdies hatte er den Schritt, welchen Ferrer gethan, nicht zu thun gewagt;