ſagte er zu dem Hausmanne und dem Mönche. Als der Notar ſein Papier zum Schreiben vorbereitet hatte, fuhr der Ritter fort:—„Alles, was ich hinterlaſſen ſollte, gehört meinem jüngſten Sohne Idan; über nichts, als dieſen Edelhof habe ich heute zu verfügen, den ich dem Rathe der Stadt verkaufen will, damit der Herzog ihn nicht als Beute nimmt; das Kaufgeld ſoll der Rath dem Idan geben, wenn er lebend die Burg verlaſſen ſollte.“— Er verſtummte und ſank in ein düſteres Sinnen..
Am Abende verlangte er Abſchied von ſeiner Gattin Leichnam zu nehmen. Man trug ſein Bett neben das Lager der Todten; als er ſie erblickte, kam eine höhere Friedensruhe über ſein Angeſicht; er beugte ſich über ſie, küßte ihre Stirn, hielt ihre kalten Hände umfaßt, legte ſeine Wange an die ihrige und ſchloß die Augen.
Als man ihn nach einiger Zeit anredete, nunmehr von der Leiche zu ſcheiden, winkte er die Umſtehenden fort, for⸗ derte vom Mönche das heilige Abendmahl und ſprach:— „laßt mich hier, ach! mein Herz thut mir ſo weh!— Betet auch für mein Weib, für Idan!“—
Wenden wir uns von dieſer düſtern Trauerſcene des To⸗ des und des langſam ſterbenden Lebens ab und ſchauen wir in das lebendige, des Todes ſpottende Treiben der Menſchen.
Vergebens hatte Herzog Otto ſich angeſtrengt, die feſte, muthig und wachſam vertheidigte Burg zu ſtürmen und ſich in ihren Beſitz zu ſetzen. Die Belagerten hatten ſogar einen Ausfall gewagt, ſich in der Kirche den Dorfes ver⸗ ſchanzt und Otto hatte in Leidenſchaft, um die hartnäckigen Gegner zu vertreiben, die Kirche anzünden laſſen, ſo daß


