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hat. Denkt Euch, der Falke wollte dem Schwarzrocke kein Leid anthun.“—
„Plaudere nur fort, Venus; es gefällt mir Dein Mäul⸗ chen, auch wenn es von Unbedeutendem ſchwatzt.“—
„Dann laßt mich meinen Traum auserzählen, Herr; ich glaube, daß ich heute ſo verzweiflungsvoll luſtig bin, weil der böſe Traum migh noch heimlich quält.“—
„Närrin; Dein Vater Werner wird heute oder morgen von Wansleben zurückkommen; der Breido iſt dieſen Morgen mit meinen Leuten heimgekehrt und wird berichten, daß die Braunſchweiger für lange Zeit die Luſt verloren haben, ſich wieder an der Burg zu verſuchen. Ich will es ihnen vollends aus dem Sinne bringen; wir wollen eine große Jagd auf die Stadt machen, ich will mir einige Patrizier einfangen und ſie ſollen theuer zahlen. Willſt Du mit zu Pferde?“
„Ja, ja, gerüſtet, wie Euer Leibknappe!“—
„Köſtliches Ritterblut!“ rief Otto, das kühne, ſeinem Sinne und Geſchmacke vollkommen entſprechende Weib in die Wange kneifend;— nes reizt mich, Dich in Mannstracht zu ſehen;— aber wird dieſe ſchöne Bruſt Platz finden unter dem ſchlanken Harniſch des zierlichſten Edelknappen?“—
Olga drückte die Hände auf den Buſen und ſah den verliebten Freund mit buhleriſchen Augen an.—„Ach!“ — ſeufzte ſie mit der Abſicht, der Stimmung des Herzogs zu ſchmeicheln—„Wäre ich ein Mann, ich würde die verhaßten Bürger gänzlich vertilgen! Haben die Braun⸗ ſchweiger nicht einen dreifach geſchwänzten rothen, ſpringen⸗ den Löwen im Banner und über den Stadtthoren?“


