Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

200

rief er ihm entgegenIhr habt meinen Unwillen auf Euch geladen!

Der Rathsmann ſtutzte, ſah den Herzog fragend an und antwortete würdig:Herr, das müßte ohne Ab⸗ ſicht geſchehen ſein; hat es etwa das herzogliche Mißfallen erregt, daß wir geſtern einen Edelmann gefangen nehmen mußten, um das Geſetz der Stadt zu erfüllen?

Ihr habt meine Gunſt verachtet; durch Zufall erfahre ich, daß Ihr Vater eines Knaben ſeid.

Breido grinſete im Rücken des Herzogs liſtig, da er merkte, wie derſelbe dem eben gehörten Rathe, trotz ſeines Widerſpruchs, Folge leiſtete.

Herr verſetzte Rodenes iſt ein neugeborenes, noch ungetauftes Kind, ich glaubte, der Gunſt des Her⸗ zogs verluſtig und des Wortes entlaſſen zu ſein.

Ich habe es Eurem Weibe verheißen, das meinen Zorn gegen Euch zu brechen wußte, und einem Weibe zürne ich nicht. Euer Sohn ſoll Otto heißen; ich will damit meiner Stadt Göttingen, von der ich zur Zeit fern leben muß, eine Ehre und den Willen guter Freundſchaft er⸗ weiſen; führet heute Abend zur Vesperſtunde Euer Weib, Kind und guten Freunde in meine Kapelle hier in der Burg, dann will ich Euren Sohn über die Taufe halten.

Ich nehme dieſe Ehre und Gunſt nicht für mein Theil allein an, Herr; laſſet es mich offen verkünden, daß es der Stadt, allen Bürgern gilt, daß der Herzog ſeinen Göttingern einen heiligen Bund der Freundſchaft darbietet.

Ja, ſaget das den Leuten.