Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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grafen zugeführt und gegen uns aufgebracht. Meine heſ⸗ ſiſchen Freunde haben mehr für ſich ſelbſt geraubt, als mir genützt; ſie haben nur die Gelegenheit wahrgenommen, das Land auszuplündern!

Ihr ſprechet im Unmuthe, Herzog; habt Ihr es denn anders gemacht? Benutztet Ihr Eure Macht wol zu etwas mehr, als von den Grenzburgen Raubzüge und Ausfälle in das heſſiſche Gebiet zu machen? Damit zwanget Ihr den alten und jungen Landgrafen nicht die Ritter aber folgten Eurem Beiſpiele. Erſt als Hermann mit ſeinen Verbündeten in großen Kriegshaufen in Euer Land eindrang, Eure Schaaren. ſchlug, Dransfeld bis auf die Kirche einäſcherte und ſiegend auf dem Wege nach Mün⸗ den und Göttingen war, da erkanntet Ihr die Noth und Fehler und ſuchtet die Verſöhnung mit Albrecht von Gru⸗ benhagen, der, im Bunde mit dem Hermann, vom Senſen⸗ ſtein herab über die Werra bis Dransfeld vorgedrungen war. Nun ja, er hat ſich mit Euch verſöhnt und die Vermittelung übernommen; Ihr werdet alle Anſprüche auf Heſſen und den Sichelſtein abtreten müſſen!

Konnte ich widerſtehen? Der Feind mächtig verſam⸗ melt in meinem eigenen Lande, dabei die ſchlimmſten Nach⸗ richten aus Heſſen; der Landgraf nahm mit den rache⸗ dürſtigen Städtern eine Burg nach der anderen; viele meiner Freunde unterwarfen ſich in der Noth; Wetzlar zwang die Grafen Otto und Johann Solms, nach dem Theilungs⸗ vertrage, als Heinrich's Vaſallen gegen uns zu kämpfen; ſie machten viele Sterner zu Gefangenen, darunter die beiden Katzenellenbogen, den Heinrich von Naſſau, den Rein⸗