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Plötzlich kehrte ſich der Herzog wieder her, betrachtete ungeduldig die leidende, weiße Geſtalt und begann mit heiterer Stimme:—„was wollt Ihr noch? Der junge Hanſteiner hat ein Mädchen geſtohlen und in meinem Hauſe geborgen— ich habe es ihm verziehen, das iſt Alles;— der Helfer dabei hat ſeinen Lohn empfangen.“—
Die Herzogin ließ langſam die Hände von den Augen niederfallen, dih den Gemahl ſtarr an und eine ſtolze Würde ſtrahlte aus Miene und Haltung;— als er geen⸗ det hatte und ſie beherrſchend, als wolle er ihren ſtolzen Blick bezwingen, mit erhobenem Kopfe anfunkelte, ließ ſie den Schleier über das Geſicht fallen und näherte ſich
langſam, mit fürſtlicher Würde einer Glocke. In dem—
ſelben Augenblicke erſcholl das Trompetenſignal der zurück⸗
kehrenden Ritter und der Gegenruf von der Warte. Mar⸗
garethe ſchlug mit einem Hammer an die Silberglocke,
die Thür wurde von draußen geöffnet, der Page erwar⸗
tete ſeine Gebieterin. Dieſe wendete ſich noch einmal gegen den Gemahl, richtete durch den Schleier ihr Ge⸗ ſicht auf ihn, dann ging ſie ſchnell hinweg.—
Der Herzog ſah finſter auf die Thür. Jetzt erſcholl der luſtige Hüfthornruf der in die Burg einreitenden Freunde;— ſeine Miene lichtete ſich, er ſchritt ſingend durch das Gemach.—
Ende des erſten Bandes.
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