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Balthaſar und ſeinem Vruder, dem Landgrafen Wilhelm, zur Verſöhnung führen— das helfe mir die heilige Eli⸗ ſabeth! Dort will ich eine Erbverbrüderung mit ihnen ab⸗ ſchließen, die den Otto für ewige Zeiten um das Heſſen⸗ land bringt. Sie müſſen die Grafen von Schwarzburg und Beichlingen gewinnen, und mir das Werrathal gegen die Feinde ſchützen, während ich gegen die aufrühreriſchen Rit⸗ ter im Lande ziehe und ſie einzeln angreife, ehe ſie ſich in's Feld ſtellen können!“—
„So will ich auch Freunde gewinnen“— nahm Hermann das Wort—„und mir mein Erbe treulich erkämpfen helfen! Albrecht von Grubenhagen iſt Otto's bitterer Feind, er wird mir beiſtehen; mit den Heſſen und Thüringern will ich bei der bald vollendeten Veſte Senſenſtein auf der Höhe zwiſchen Caſſel und dem Kauffunger Walde mich ſammeln, über die Werra gehen und in das Göttinger Land einfallen, derweil Ihr, Oheim, die Sterner in Heſſen auf ihren eigenen Bur⸗ gen züchtigt.“—.
„So recht!“— rief Eckhard muthig—„Gott helfe mir, daß ich dem Herzoge begegne!“”“—
Der Landgraf blickte finſter auf den Ritter, der an das Fenſter trat, um dem ſtechenden Auge auszuweichen.
„Zu Pferde!“— rief Heinrich plötzlich;—„auf nach Eſchwege!— Die Göttinger mögen den Abſagebrief abge⸗ ben;— ich will ſie nicht ſehen, aber ſie ſollen ſchnell und ungefährdet heimkehren!— Fördert den Senſenſtein, Her⸗ mann, daß er dem Sichelſtein die Stirn biete und dem trotzigen Otto die Erndte in meinem Lande vorwegnehme!“
Eckhard ſtand gedankenvoll am Schloßfenſter und blickte
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