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Die Freundin antwortete durch einen Blick, dem Marga⸗ rethe ängſtlich auswich, und entfernte ſich ſchnell. Die Her⸗ zogin ſah ihr nach;— jetzt, ohne Zeugen, traten die Thrä⸗
nen in ihre Augen;— ſie faltete die Hände, warf ſich vor dem Betſtuhle auf den Teppich nieder und ihre Gedanken und Empfindungen drängten zu Worten:—„O, Gottes⸗
mutter und alle Ihr Heiligen! Rettet! Schützet! Ein Fre⸗ vel ſoll geſchehen! Du haſt eine edle, gute That geübt, Eckhard!— O! ich muß Dich darum höher achten, daß dieſe Ritter Dich haſſen und beſchimpfen, um meines Ge⸗ mahls Freund zu heißen! Du ſtehſt dem alten Landgrafen treu zur Seite, Du haſt dich nicht durch mich beſtechen laſſen, meinem Gemahl zu nehmen, was ich mit ihm theilen ſollte, Du haſt mein Gefühl verſtanden!— O! Ihr himmliſchen Mächte! ſteht ihm und dem Landgrafen bei, laſſet das Recht ſiegen— gebet mir Kraft, das Schlimmſte zu ertragen; ich will beten und opfern für die gerechte Sache!“— Während die Herzogin durch die Nachrichten der drei Ritter in ihrem Gemüthe heftig bewegt war, brachten jene Boten Otto's auch in die Stadt eine große und ſchnell ſich verbreitende Aufregung. Der Rath, der vom Bollrutz nach dem Rathhauſe mit erhitzten und bedenklichen Geſichtern zu⸗ rückgekehrt war, hatte ſogleich die Gilden zuſammengerufen und die Botſchaft, daß der Herzog Otto von der Stadt fordere, ſich zu bewaffnen, dem Landgrafen von Heſſen den Abſagebrief zu ſenden und mit dem Herzoge das Nachbar⸗ land erobern zu helfen, brachte ſämmtliche Bürger in große Bewegung. Wir kennen nun die Urſache, weshalb am heu⸗ tigen Tage die Gildehäuſer angefüllt waren, Volksgruppen


