Teil eines Werkes 
1. Theil (1821)
Entstehung
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ten Mahle uͤberſchritten; aber nicht mehr unter den gleichen Gefuͤhlen und Regungen des Gemuͤthes, die ihr Anblick auf meiner erſtern Reiſe in mir erweckt hatte. Ueber den majeſtaͤtiſchen Heerſtraßen, die ſich, eine nach der andern, in ihren Abgruͤnden eroͤffnen, ſind jene Scheidewaͤnde, welche die Natur vor Ita⸗ lien hingeſtellt hatte, zuſammengeſunken. Ueber den unermeßlichen, zwar allerdings als die herr⸗ lichſten Zeichen unſerer ſteigenden Civiliſirung ſich ankuͤndenden, Arbeiten und den Ausebnungen der Felſen ſind die Alpen niedriger geworden, und jener Zauber, welcher die Felſen von Meillerie uͤberſchwebt hatte, iſt verſchwunden. Der Nahme jener Gebirge floͤßt keinen Schrecken mehr ein; die Voͤlker haben aufgehoͤrt, durch dieſelben von einander getrennt zu ſeyn, und nehmen, in Folge der Erleichterung ihrer gegenſeitigen Gemeinſchaft ſich naͤher gebracht, all⸗ maͤhlig die gleichen Sitten an, und auch ihre Ge⸗ wohnheiten und Beduͤrfniſſe werden dieſelben. Ueber dieſer durchgaͤngigen Gleichfoͤrmigkeit der Sitten aber und der geſellſchaftlichen Gebraͤuche geht nach und nach der Nationalgeiſt verloren; die Eigenthuͤmlich⸗ keit jedes einzelnen Volkscharakters verwiſcht ſich, und nicht lange, ſo wird man ganz Europa durchreiſen und glauben koͤnnen, unter einem und demſelben Volke zu wandeln. Gerade dieß Gefuͤhl war es, von dem ich mich gleich bey meiner Ankunft zu Turin ergriffen fuͤhlte.