— 212—
Er hat ſie der Trauer entrücket, Hat Fluren und Haine geſchmücket, Rings Speiſen und Freuden zu ſtreu'n.
So halle von freudigen Klängen, Von Lob⸗ und von Liebesgeſängen Die Luft und der Wald und das Feld. Kurz iſt ja die Summe der Jahre, Gezählt von der Wiege zur Bahre, Wo Hain uns den Schatten geſellt.
Nicht duftet dem Schlummrer im Schooße Des Grabes die liebliche Roſe, Nicht ſchallt ihm der Freude Geſang. Ihn laden nicht roſige Lippen Balſamiſche Küſſe zu nippen; Verhallt iſt ihm jeglicher Klang.
Drum herzlich das Leben umfangen, Weil jugendlich Lippen und Wangen In prangender Friſche noch glüh'n; Und ſoll es vollkommen gelingen, Sucht Kränze der Liebe zu ſchlingen, Die über den Urnen auch blüh'n.
——


