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Historische Novellen und Erzählungen in Prosa und Versen / von Johann Luft
Entstehung
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So harrt ſie aus im Freien die lange Winternacht, Sein Herz mit Troſt erquickend, bis neu der Tag erwacht, Und hält den Pfahl umklammert, vom Gatten unverdient, Da Schergen, wegzureißen die Treue, ſich erkühnt.

So harrt ſie aus zum Tage die andre Mitternacht, Ihm Leib und Seele labend, bis er, zur Freud' erwacht, Am Morgen ihr gelächelt.„Nun hat es keine Noth!" „O Gertrud! das iſt Treue, die Treu' bis in den Tod!“"

Und als ſie von der Lippe das Leben ihm geküßt, Eilt ſie hinweg, zu laſſen dem Staub, was irdiſch iſt. Sie ſucht in ſtiller Zelle für ihren Schmerz ein Grab, Wo bald der Tod die Treuen einander wieder gab.