— 39—
dem Gelenke des Mittelfingers außen an, und ſogleich hörte er den Dietrich im Innern des Schloſſes knarren. Sie mochte jedoch ſeiner Anweſenheit außerhalb des Thores ſich im Augenblick nicht für ſo ganz verſichert halten, und etwa gar ein qui pro quo fürchten; denn vor dem wirk⸗ lichen Oeffnen derſelben rief ſie, ſich vergeſſend, etwas laut:„Wer iſt draußen?“ worauf er, ärgerlich, erwiederte: „Die Leckvitzern!“*) Joachims Stimme vertrauend ſchob ſie eilig jetzt den Riegel zurück, hob die Klinke und begann den ſchweren Thorflügel nach innen zu ziehen. Doch da taumelte die angeführter Weiſe mit arabiſchem Geiſt etwas ſtark regalirte Schildwache herzu, wollte dem Beginnen, eine Pflichtverletzung verworren ahnend, wehren und das Thor wieder ſchließen. Aber der Waidmann ſchob raſch ſeine Büchſe in die klaffende Spalte zwiſchen beide Thorflügel, und drückte von außen gegen den los⸗ gegangenen, der alſo weiter nach innen wich.
Während des ſofort entſtandenen An⸗ und Abdrängens ſprangen nun haſtig Joachims Begleiter und eine Abthei⸗ lung der in der Nähe verſteckt geweſenen Franzoſen herzu, denen es ſo geringe Mühe machte, das halboffene Thor zu ſprengen, die Schildwache zu entwaffnen und weiter
*) Wirklich gebrauchte, längſt dort umher übliche Abfertigung vorwitziger Frager.


