Teil eines Werkes 
2. Band (1824)
Entstehung
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ruͤhrende Moment, die vielen gluͤcklichen Stun⸗ den, die ſie mit ihm einſt verlebt, lebten, als ſie jetzt den Fuͤrſten weinen ſah, ploͤtzlich mit unend⸗

licher Gewalt in ihrer Erinnerung wieder auf.

Sie fuͤhlte ſich erſchuͤttert tief erſchuͤttert, und noch bevor ſie ihre Faſſung wieder gewinnen konnte, hatte ſie Caſtruccio's dringende Bitte bewilligt. Kaum war die Einwilligung uͤber ihre Lippen ge⸗ flogen, als auch der Fuͤrſt ihr unverzuͤglich den Mantel umwarf, und ſie die ſteile Treppe hinab⸗ fuͤhrte; der Gefangenwaͤrter ſchritt voran, mit der Lampe in der Hand, ſchob die ſchweren Riegel zu⸗ ruͤck, und oͤffnete die in ihren Angeln knarrende

Pforte.

Draußen vor derſelben hielt ein Reiter mit noch zwei anderen Pferden; es war Mordeca⸗ ſtelli. Caſtruccio half der Graͤſin das eine Roß be⸗ ſteigen, dann ſchwang er ſich auf das andere, und langſam bewegte ſich nun der kleine Zug durch das bereits geoͤffnete Thor zur Stadt hinaus. Vor derſelben angelangt, hielt Caſtruccio ſein Pferd