13.
Kurz vor Mitternacht wurden die Riegel vor Eu⸗ thanaſia's Kerkerthuͤr weggeſchoben, und der Ge⸗ fangenwaͤrter trat herein, eine Lampe in ſeiner Hand, von einer hohen, majeſtaͤtiſchen, in einen Mantel gehuͤllten Geſtalt begleitet.„Sie ſchlaͤft!“ fluͤſterte der Kerkermeiſter. Der, welcher mit ihm gekommen war, legte, Schweigen gebietend, den Finger auf den Mund, und, dem Gefangenwaͤrter die Lampe aus der Hand nehmend, trat er zum aͤrmlichen Lager der Schlummernden, knieete nie⸗ der, und blickte eine Weile ernſt auf die ihm einſt ſo theueren, ſo wohlbekannten Zuͤge. Die Schlafende machte eine Bewegung, als ſtoͤre ſie das Licht der Lampe; Caſtruccio ſtellte dieſe ſogleich auf den Boden.— Ihr weißer Schwa⸗ nenarm ruhte auf ihrem ſchwarzen Gewande, und der Fuͤrſt von Lucca konnte ſich nicht enthalten, ei⸗ nen leiſen Kuß auf ihre Hand zu druͤcken.— Sie


