Teil eines Werkes 
1. Band (1824)
Entstehung
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vor ihren Blicken verſchwand. Das Haupt auf ihre Schwanenhand geſtuͤtzt, verſank ſie in tiefes Nachdenken, und hielt irrigerweiſe die Traͤumereien ihrer Jugend und ihrer Liebe fuͤr goͤttliche Ein⸗ gebungen. Die Gefuͤhle ihres Herzens waren ihr durch einen Schleier verhuͤllt, den ſie nicht zu luͤften wuͤnſchte; ſie war ſeltſam bewegt, aber ſie war gluͤcklich; ſo uͤberirrdiſch gluͤcklich, daß ihr nur vor einer Stoͤrung dieſer Seligkeit bangte.

Caſtruccio ward von ſeinen Freunden in Rovigo jubelnd empfangen; und kaum hatte er die Kun⸗ de, deren Ueberbringer er war, mitgetheilt, als auch unverzuͤglich Jedermann Hand anlegte, das Werk zu beginnen.

Der Abend des vierten Tages brach herein, und die Schaar des Marcheſe Obizzo zog gen Ferrara. Die Graͤfin öͤffnete den geheimen Ein⸗ gang, und herein ſchluͤpften der Marcheſe, Ca⸗ ſtruccio und ihr Gefolge. Schweigend voran⸗ ſchreitend, fuͤhrte darauf die Hausherrin ihre Gaͤſte durch den unterirrdiſchen Gang, uͤber die Gallerieen, bis in das Gemach, in welchem ſich