Teil eines Werkes 
1. Band (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38

Leiden aber ſollten ſeine Qual noch vermehren; er hatte, von den bleichen Lippen ſeines ſterben⸗ den Vaters, den boͤsartigen Fieberſtoff in ſich ge⸗ ſogen, und auch er ward jetzt auf das Kranken⸗ lager geworfen. Er hatte aber nicht, wie Rug⸗

gieri, Jemanden um ſich, der ihn mit zaͤrtlicher

Sorge pflegte; Jedermann floh ſeine Naͤhe, und ſo hatte er es nur ſeiner ſtarken Conſtitution zu danken, daß er dem Tode entging.

Einen Monat nach dem Dahinſcheiden ſeines Vaters, ſchwankte er, bleich und ſchwach, einem dem Grabe Entſtiegenen aͤhnlicher, als einem Lebenden, zum erſtenmal wieder aus ſeiner Kam⸗

mer, um die ſtaͤrkende Seeluft einzuhauchen.

Taͤglich aber nahmen ſeine Kraͤfte wieder zu, und mit der Geſundheit kehrte auch der raſche Sinn der Jugend zuruͤck. Das erſte lebhafte Gefuͤhl, das nun bei ihm rege ward, war der Wunſch, An⸗

cona zu verlaſſen; denn faſt alle ſeine Freunde

waren von der Peſt hinweggerafft worden. Die

regnigte Jahreszeit hatte zwar ſchon begonnen,

aber er wollte dennoch ſeine Abreiſe nicht verſchie⸗ Caſtruccio. 1. Band. 3