— ,.—
427
der Politiker, jeder war raſtlos bemüht, ſich
dem Intereſſe des großen Staatsmannes zu
weihen, welcher viele Jahre lang, mit unbe⸗ ſtrittener Obergewalt, Athen beherrſchte. Jetzt aber war dort Alles ſtill, denn man hatte aufgehört, der Stimme des Ehrgeizes Gehör zu geben, jetzt wo das Leben auf ſo furchtbare Weiſe bedroht wurde.— Alei⸗ biades ſtieß die Pforte auf und trat hinein— die geräumige Halle war menſchenleer— er durchſchritt die übrigen Gemächer, die Por⸗ ticos, die Gallerieen und Zimmer, wo ſonſt ernſte Debatten oder leichte anmuthige Ge⸗ ſpräche Statt fanden, die mit koſtbaren Kunſt⸗ ſchätzen geſchmückten Bibliotheken, nirgend, nirgend war eine Spur von Leben zu er⸗ ſchauen. Endlich gedachte Alcibiades der für die Frauen beſtimmten Gemächer, welche am äußerſten Ende des Palaſtes lagen, und wohin demnach, wie der Jüngling meinte, die Bewohner ſich geflüchtet haben könnten,
um dort vor der Anſteckung Schutz zu ſuchen.


