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Die Tochter des Verbannten
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und welche Macht vermöchte da vor der Be⸗ redſamkeit der Schönheit zu ſchützen, leiht man dieſer Zauberin das Ohr. Alceibiades fühlte die Wahrheit dieſes Satzes nur allzu⸗ bald; zwar glaubte er anfangs, nur das Verlangen nach Einſamkeit halte ihn in dem Thale gefeſſelt, aber er irrte ſich, er liebte nur die Einſamkeit, welche die reizende Zoe mit ihm theilte; und die Schönheiten der Umgegend würden für ihn keine Reize gehabt haben, wären ſie ihm nicht von den Roſen⸗ lippen ſeiner lieblichen Führerin gedeutet worden.

Immer wieder und wieder war er mit ihr das Thal durchſtrichen und noch immer hatte er es nicht gewagt, ſich ihr zu nennen. War es Stolz, was ihn abhielt, dem nie⸗ drigen Landmädchen ſeinen edlen Namen zu offenbaren? oder war es die Furcht, daß ihre jungfräuliche Sittſamkeit vor einem Jüng⸗ linge zurückſchaudern würde, der ſeine Be⸗