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und der Sucht nach Ruhm Raum geben würde. Hätte er bei dem Jünglinge irgend eine Nei⸗ gung zum ſtillen häuslichen Leben bemerkt, er würde ſich gewiß nach allen ſeinen Kräf⸗ ten bemüht haben, dieſelbe zu unterdrücken, aus Furcht, daß ſie ſeinen politiſchen Hoff⸗ nungen in den Weg treten möchte; er war aber im Gegentheil feſt überzeugt, daß Alei⸗ biades Leidenſchaftlichkeit ihn gar bald von der tobenden Jugendluſt hinweg zu dem ehr⸗ geizigen Streben nach Ruhm führen werde⸗ Perikles allein wäre im Stande geweſen, ſeinen gewichtigen Einfluß zu verwenden, um der wilden Rennbahn ſeines jungen Verwand⸗
ten Schranken zu ſetzen; die politiſchen Be⸗
ſchäftigungen aber, mit denen er überhäuft
war, zwangen ihn, ſeine Leitung des Jüng⸗
lings auf gelegentliche Warnungen und ein⸗ zelne Verweiſe zu beſchränken. Alcibiades ſetzte demnach ſein wildes Leben fort, und
ganz Athen hallte von ſeinen Thorheiten und
ſeltſamen Ausſchweifungen wieder.


