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Die Tochter des Verbannten
Entstehung
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4. merkwürdig; denn trotz ihres ſcheinbar nie⸗ drigen Standes, war daſſelbe doch eng ver⸗ ſchlungen mit dem Geſchick eines edlen ehr⸗ geizigen Athenienſers, der ſich in jenem Zeit⸗ alter des Ruhmes auf das ruhmvollſte aus⸗ zeichnete.

In der Periode, von der wir erzählen, war Alcibiadesnoch ein Jüngling; ſeine ſel⸗ tenen Geiſtesgaben, ſeine Sucht nach Ver⸗ guügungen und ſein Streben nach Ruhm aber hatten ihn bereits ſeinen Mitbürgern bekannt gemacht. Frühzeitig der Leitung eines Va⸗ ters beraubt, hatte er ſich in jede Aus⸗ ſchweifung geſtürzt, zu der ihn ſein leiden⸗ ſchaftlicher Sinn verlockte; auch fehlte ſeinem Erzieher Lycus, hatte derſelbe auch dazu die Macht, dennoch die Luſt, den Jüngling von ſeinen Verirrungen zurückzuhalten. Engher⸗ zig, ohne Grundſätze und Gefühl, glaubte er, daß bei ſeinem Zöglinge der Hang nach Ver⸗ gnügungen bald den Planen des Ehrgeizes