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Die Tochter des Verbannten
Entstehung
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6 Du Pfand meiner Liebe, mein letztes Gebet gilt Dir! ich laſſe Dich in dem Lande, das mir unrecht that, aber es iſt mein Vater⸗ land! Möge es ſich gegen dich freundlicher beweiſen, als es gegen Deinen Vater ge⸗ than möge Dein Loos ſo maübeiih ſahlen als das ſeinen elend war.

Der nächtliche Reuter ſprengte ſeines We⸗ ges dahin, ſein ferneres Schickſal blieb un⸗ bekannt. Athen erwachte zu ſeinem ge⸗ wohnten Tagewerk, unwiſſend, daß jener ſeine Gaſſen durchſtrichz und nur in einem öſtlich vom Hymettus gelegenen einſamen Thale lebte ſein Andenken fort; dort hatte eine niedere Hütte die Tochter des Scheiden⸗

den aufgenommen, rückſichtlich welcher man

in der Umgegend nur wußte, daß einer ver⸗ wittweten Bäuerin eines Tages, von wem war unbekannt geblieben, ein kleines Mäd⸗

cchen übergeben worden, das der Gegenſtand

ihrer Pflege und Sorgfalt wurde.